Harald Kaufmann

Centrum für Jüdische Studien, Karl-Franzens-Universität Graz (Österreich)

Institut für Musikästhetik, Kunstuniversität Graz (Österreich)

 

Symposion

 

„Rationale Durchleuchtung“

Harald Kaufmann (1927–1970): Musik, Kritik, „Jüdischer Geist“

 

20. – 21. Oktober 2010

Palais Meran, Leonhardstr. 15, A-8010 Graz, Florentinersaal

 

„Die rationale Durchleuchtung und Verzahnung der ästhetischen Bezirke, die auf allen Fronten ihre Naivität verloren haben, geht unter dem Zeichen eines qualvoll-hoffenden Seufzers auf eine neue Freiheit vor sich“, schrieb Harald Kaufmann 1958 in einem Essay über Luigi Dallapiccolas Prigionero. Vierzig Jahre nach dem frühen Tod des bedeutenden Grazer Wissenschaftlers und Kritikers mag „rationale Durchleuchtung“ nicht minder nötig und die Diagnose, dass sie schmerzen kann, unvermindert aktuell sein. Das Symposion wird sich zwei großen Themen Kaufmanns widmen, zwischen denen der Begriff der Kritik vermittelt: einerseits der Musik und ihrer Analyse, andererseits der jüdischen Intelligenz. Dem ersten Thema gelten ja vorwiegend Kaufmanns publizierte Essays, die nie ganz in Vergessenheit gerieten. Was sie uns noch oder wieder zu sagen haben, wird Gegenstand des ersten Symposionstages sein. Das andere Thema ist im Zusammenhang mit Kaufmann gänzlich unbekannt geblieben, da der Autor seine großangelegte Studie Geist aus dem Ghetto unveröffentlicht ließ. Am zweiten Symposionstag wird diese Arbeit vorgestellt und in den Zusammenhang des öffentlichen Redens und Schweigens über das Judentum im Österreich und Deutschland der 1950er und 1960er Jahre gestellt werden.

 

Programm